{"id":176,"date":"2023-05-03T20:49:21","date_gmt":"2023-05-03T20:49:21","guid":{"rendered":"https:\/\/renegrothmann.de\/?p=176"},"modified":"2023-05-09T20:07:40","modified_gmt":"2023-05-09T20:07:40","slug":"corona-revisited","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/renegrothmann.de\/?p=176","title":{"rendered":"Corona &#8211; Revisited"},"content":{"rendered":"\n<p>Dieser Beitrag ist von 2021, also von vor 2 Jahren. F\u00fcr mich ist das Lesen dieses alten Textes ein Test, ob ich ihn heute noch genauso schreiben w\u00fcrde. Ich denke er besteht die Pr\u00fcfung der Zeit.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Dieser Blogeintrag muss auf Deutsch sein. Genauso wie das Wort \u201eQuerdenker\u201c, das nun seine unschuldige Anmutung von kritischem Denken verloren hat und mehr an Flacherdler erinnert als an Kant und Schopenhauer. Wir sch\u00e4tzen alle das Denken, wenn es stattfindet, und wir tolerieren andere Gedanken. Das bedeutet, wir halten sie aus. Schwerer auszuhalten sind die Konsequenzen dieser Gedanken. Und noch schwerer auszuhalten ist, wenn das Querdenken zum Querglauben mutiert, der einfach nur noch behauptet und f\u00fcr Argumente nicht mehr zu erreichen ist. Wir m\u00fcssen die Welt schon so sehen, wie sie ist, bevor wir anfangen \u00fcber sie nachzudenken.<\/p>\n\n\n\n<p>Schauen wir einmal hin.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><em>Das Corona-Virus ist ein neuartiges Virus, gegen das wir fast keine Abwehrkr\u00e4fte besitzen.&nbsp;<\/em>Das bedeutet, dass fast jeder, der mit dem Virus in Kontakt kommt, erkrankt. Es ist nicht m\u00f6glich, sich durch St\u00e4rkung der Abwehrkr\u00e4fte, eine spezielle Ern\u00e4hrung oder eine gesunde Lebensf\u00fchrung vor der Ansteckung zu sch\u00fctzen.<\/li>\n\n\n\n<li><em>Das Virus hat eine optimale Strategie zur Verbreitung gefunden.<\/em>&nbsp;Es ist weder zu t\u00f6dlich wie das Ebola-Virus, noch verwendet es einen selteneren \u00dcbertragungsweg wir das HIV-Virus. Auch der Zeitraum, in dem es keine Symptome zeigt und dennoch ansteckend ist, ist lang genug. Zudem nimmt es bei einem Gro\u00dfteil der Infizierten einen fast unbemerkten Verlauf, wird aber dennoch weitergetragen.<\/li>\n\n\n\n<li><em>Das Virus killt insbesondere die Schwachen und Alten<\/em>. Die Risikofaktoren umfassen Dinge, die nicht zu beeinflussen sind, wie Krebsbehandlungen, Diabetes aller Typen und Alter. Es trifft aber auch Starke und Junge, oft mit \u00fcberraschender H\u00e4rte und Langzeitwirkung.<\/li>\n\n\n\n<li><em>Die Behandlung der schweren Erkrankungsf\u00e4lle ist enorm aufwendig<\/em>. Ein Intensivbett ist eine Bett mit intensivem Personalbedarf. Noch mehr gilt das f\u00fcr k\u00fcnstliche Beatmung. Wer dar\u00fcber mehr erfahren will, sollte im Netz oder im TV nicht weit suchen m\u00fcssen.<\/li>\n\n\n\n<li><em>Eine Erkrankung hat h\u00e4ufig Sp\u00e4tfolgen<\/em>. Wir wissen nicht genau, wie h\u00e4ufig. Aber es ist weitaus drastischer als bei einer Grippe. Selbst Windpocken k\u00f6nnen da nicht mithalten.<\/li>\n\n\n\n<li><em>Das Virus mutiert<\/em>. Je langsamer es bek\u00e4mpft wird, umso mehr wird es mutieren. Es werden Virusvarianten kommen, die sich besser durchsetzen k\u00f6nnen, also noch infekti\u00f6ser sind. Auch die Impfungen werden vom Virus umgangen werden. Je langsamer und lascher gehandelt wird, desto schlimmer wird die Situation.<\/li>\n\n\n\n<li><em>Viele Menschen fallen auf das Vorsorgeparadoxon herein<\/em>. Nachdem Ma\u00dfnahmen gewirkt haben, gibt es immer wieder Besserwisser, die behaupten, dass der ganze Alarmismus unn\u00f6tig war. War doch nicht so schlimm, oder? Beim Coronavirus wissen wir aber genau, wie es ausgeht, wenn man nichts tut. Das wurde schon ausprobiert, und wir m\u00fcssen es nicht nochmal probieren.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Was schlie\u00dfen wir daraus? Am besten macht man sich Gedanken, wie man selbst die Krise gemanagt h\u00e4tte, wenn man diese Verantwortung h\u00e4tte tragen m\u00fcssen. Es gibt mehrere unm\u00f6gliche Szenarien, die alle schon durchgedacht wurden.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><em>Wir lassen alles einfach laufen<\/em>. Das bedeutet, wir opfern die Alten und Schwachen, zugunsten des Restes der Bev\u00f6lkerung. Obwohl das ethisch, politisch und praktisch v\u00f6llig undenkbar ist, wird eine Variante dieser \u201eL\u00f6sung\u201c immer wieder vorgetragen. Die Sterberate w\u00e4re in der Tat \u201enur\u201c um maximal 1\/3 h\u00f6her. Aber die gro\u00dfe Anzahl der Erkrankten, um die man sich nicht k\u00fcmmern k\u00f6nnte und die still und alleine leiden m\u00fcssten, w\u00e4re unertr\u00e4glich. Wer besucht schon einen ansteckenden Todkranken? Auch die Wirtschaft w\u00fcrde zusammenbrechen, ebenso wie jeder Zusammenhalt in der Bev\u00f6lkerung. Die Amish in den USA scheinen genau so die Krise zu \u201emeistern\u201c. Genaue Details \u00fcber die Interna sind nicht bekannt. Man stirbt im Scho\u00dfe der Gemeinschaft. Ich frage mich aber, was die Amish mit Blinddarmentz\u00fcndungen oder Unf\u00e4llen bei Kindern machen. Ebenfalls nichts? In Deutschland w\u00e4re das strafbar.<\/li>\n\n\n\n<li><em>Wir isolieren die Schwachen und Alten vollst\u00e4ndig und lassen ansonsten alles laufen<\/em>. Diese Variante geht davon aus, dass im Rest der Bev\u00f6lkerung das Virus nach einer gewissen Zeit verschwindet. Sonst m\u00fcsste man ja die Alten ewig isolieren. Es kann sein, dass das der Fall ist oder auch nicht. Das Schnupfen- oder Influenza-Virus verschwindet ja auch nicht. Es mutiert und kommt jedes Jahr wieder. Au\u00dferdem geht diese Strategie von der unethischen Vorstellung aus, dass sich Risikogruppen, auch junge, aus dem Leben zur\u00fcckziehen, bis alles vorbei ist.<\/li>\n\n\n\n<li><em>Wir machen die Grenzen zu<\/em>. Das haben wir in der Tat gemacht, allerdings nicht vollst\u00e4ndig und pr\u00e4ventiv, sondern je nach Lage. Es ist in dieser heutigen Welt nicht mehr m\u00f6glich, sich als Land zu isolieren. Diese Isolation m\u00fcsste vollst\u00e4ndig und klinisch sein, wenn sie wirken soll. Denn das Virus ist zu leicht zu \u00fcbertragen. Man w\u00fcrde also an den Grenzen G\u00fcter umladen und notwendige Gesch\u00e4ftsreisen mit langen Quarant\u00e4nelagern verbinden. Das alles ist nicht denkbar. Selbst wenn der politische Wille einer faschistoiden Regierung so etwas zustande br\u00e4chte, w\u00e4re es wohl immer schon zu sp\u00e4t. Unsere Welt ist inzwischen viel zu dicht besiedelt und die Verbindungen zu global, um eine Radikalkur durchzustehen.<\/li>\n\n\n\n<li><em>Wir isolieren einfach nur die Kranken<\/em>. Das tun wir schon. Positiv Getestete m\u00fcssen auch jetzt in Quarant\u00e4ne. Das geht erst, nachdem die Kranken von ihrer Erkrankung wissen. Davor k\u00f6nnen sie das Virus weitergeben. Diese L\u00f6sung funktioniert daher einfach nicht. Eine zivil gestaltete Quarant\u00e4ne l\u00e4sst sich auch nicht so einfach \u00fcberwachen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Man kann diese Gedanken beliebig weiterspinnen. Man kommt letztlich immer auf genau die Ma\u00dfnahmen, die nun getroffen wurden. Einfach, weil es nicht anders geht. Nicht aus diktatorischer Grausamkeit.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><em>Kontaktbeschr\u00e4nkungen und Abstandsregeln bis hin zum Shutdown sowie Tests<\/em>. Diese Ma\u00dfnahmen verz\u00f6gern nat\u00fcrlich nur die Ausbreitung des Virus. Damit gewinnt man lediglich Zeit. Es entlastet die Kliniken und ihr Personal und erm\u00f6glicht einen menschlichen Umgang mit den Schwerkranken. Au\u00dferdem kann man durch eine verst\u00e4rkte Anwendung an Orten, wo es n\u00f6tig ist, schutzbed\u00fcrftige Gruppen vor dem Virus bewahren. Die Ma\u00dfnahmen werfen nat\u00fcrlich Sand in das Getriebe der Wirtschaft. Die ethische Abw\u00e4gung sollte aber doch eindeutig sein.<\/li>\n\n\n\n<li><em>Impfungen<\/em>. Impfungen sch\u00fctzen den Einzelnen vor schweren Verl\u00e4ufen und extremen Leiden. Sie helfen davor nicht sicher, aber mit einer Wahrscheinlichkeit, die viel, viel h\u00f6her ist, als die, an Impffolgen leiden zu m\u00fcssen. Sie sind in diesem Punkt besser als die meisten anderen Arzneien. Noch wichtiger ist aber, mit Impfungen die Anderen sch\u00fctzen. Nach einer Impfung ist die Viruslast bei den allermeisten Menschen sehr viel niedriger, so dass folglich Ansteckungen sehr viel seltener sind. Impfungen sind das Mittel, um Pandemiewellen zu brechen. Ethisch sind sie geboten, weil sich manche Menschen nicht impfen k\u00f6nnen oder bei ihnen die Impfungen nicht wirken. Werden \u00fcbrigens Impfverweigerer im Ernstfall auch das Intensivbett verweigern? Verweigern Sie ihren Kindern die Impfung gegen Polio, Masern oder Tetanus?<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Ich sehe keine wirkliche Alternative zu den getroffenen Ma\u00dfnahmen und pl\u00e4diere im Extremfall f\u00fcr eine Impfpflicht, sollte das Virus weiter an Fahrt gewinnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Beitrag wurde 2021\/12\/01\u00a0ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Beitrag ist von 2021, also von vor 2 Jahren. 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